Ermutigung · Leben als Christ

What is in your hand?

Als Frauen vergleichen wir uns gerne, oder?

Ach, ich würde so gerne so schön singen können wie Sophie.

Wäre ich nur so schön und schlank wie Kati!

Ich wünschte, ich könnte Predigen wie Sarah.

Könnte ich doch nur so leiten wie Heidi!

Aber, seien wir mal ehrlich: vergleichen ist total sinnlos! Du wirst nie werden wie sie. Weil du du bist. Und in deiner Hand ist etwas anderes als in ihren. Was ist in deiner Hand?

In deiner Hand ist deine Geschichte. Deine persönliche Geschichte. Keiner hat gesehen und erlebt was du hast. Nutze es zu Gottes Ehre.

Und in deiner Hand sind deine Gaben. Keiner kann was du kannst. Du musst nicht so sein wie die anderen. Du bist einzigartig. Entdecke, was du bekommen hast. Und nutze es, zu Gottes Ehre.

Ein Mal, als ich zuhause auf meiner Insel war – wir hüteten das Haus meiner Tante während sie auf Amerika-Reise war – fuhr ich am Sonntag nach Kopenhagen um dort einen Gottesdienst zu besuchen. 

Auf der Autobahn dort hin betete ich, dass Gott zu mir sprechen würde in diesem Gottesdienst.

Aber Gott wartete nicht bis ich ankam und der Gottesdienst anfing. Er sprach sofort.

Der Heilige Geist kam so stark in mein Auto und berührte mich, dass ich kaum weiterfahren konnte. Ich musste mich wirklich zusammenreißen um die Straße zu sehen und nicht schluchzend und tränenüberströmt anzuhalten. Ich spürte so sehr Gottes Schmerz und sein Herz während er sprach:

Dort draußen, dort ist eine sterbende Welt!

Wie lange wollen wir noch warten, üben, besser werden in all unserem Tun?

Wie lange wollen wir üben, Lebensretter zu sein. Am Strand im Sand, unsere Übungen machen. Und übersehen dabei, dass direkt vor unseren Augen, dort im Meer, jemand gerade ertrinkt?

Wir müssen nicht so sein wie die anderen. Wir müssen wir sein. Du. Ich. Einzigartig.

Gott gebraucht nicht nur den Pastor. Oder unsere Leiterschaft. Oder diesen, oder jenen Menschen. Auch du bist begabt. Und ich frage mich, ob du das nehmen willst, was in deiner Hand ist, um es zu nutzen, um diese Welt ein kleines bisschen schöner zu machen?

Nimm das, was du hast. Auch wenn es unvollständig, imperfekt, noch nicht ausgereift ist. Und Gott tut seins dazu.

Für mindestens 2 Jahre trug ich in mir „schreibe einen Blog“

Und immer wieder dachte ich: ach, wer bin ich schon? Was habe ich schon zu sagen? Ich kann das nicht. Wie soll ich das Technische machen? Ich hab keine Ahnung, wie man eine Internetseite aufbaut. Aber ich würde gerne schreiben, ja, das schon.

Und nachdem ich 2 Jahre mit mir gerungen habe, habe ich es einfach gemacht. Ich wollte Gott gehorsam sein. Mutig sein, und mich mitteilen. Und ich schrieb z.B. diesen einen Artikel, über Fehlgeburten. Meine Geschichte – und wie Gott mir Heilung geschenkt hat. Und sie liegt nun hier, in der Weite des Internets. Und Gott wird es nutzen, denn ich bin mir sicher: es gibt viele Frauen, die das erlebt haben, was ich erlebt habe. Aber sie haben noch nie von einem Gott gehört, der sich für ihren Herzschmerz interessiert. Sie haben noch nie vom Kreuz Jesu gehört oder warum Er das tat, was Er tat. Sie wissen nicht, dass es jemandem genau so geht wie ihnen.

Und so wie ich diesen Schritt gewagt habe, möchte ich dich ermutigen zu nehmen, was du in deiner Hand hast: deine Geschichte und deine Gaben. Setze sie ein! Lass es nicht unbeachtet verkümmern.  Ja, diese Seite ist bei weitem nicht perfekt und fertig. Aber sie ist schon mal da und darf „dienen“. Perfekt werden wir nie sein; und perfekt werden wir wohl nie etwas können. Aber wir können auch nicht nichts tun.

Schau also kurz weg von dir und erkenne: dort draußen gibt es eine Welt, die die Botschaft vom Kreuz noch nie gehört hat. Die das braucht, was du zu geben hast. Das heißt nicht, dass du ihnen die Bibel um die Ohren schlagen sollst, dass du missionieren sollst. Das heißt aber, dass du Raum schaffen darfst, um andere an dein Leben teilhaben zu lassen. Dass du authentisch bist. Dass du du bist. Das du tust, was sich in deinem Herzen verbirgt. Das du tust, wonach sich dein Herz sehnt. Auch wenn es erstmal herausfordernd ist. Wenn du zeichnen lernen möchtest, dann greife zum Stift. Wenn du eigentlich Sozialarbeiterin werden möchtest, anstatt Bankkauffrau zu sein (oder umgekehrt) dann nimm es in Angriff.

Viele Jahre suchte ich nach MEINER Berufung. Ständig hörte ich in der Kirche: du bist berufen. Gott hat was vor mit dir! Und Jahrelang suchte ich nach diesem einen Ding. Diesen EINEN Auftrag für mein Leben. Und ganz ehrlich? Bisher kenne ich ihn nicht.

Aber weißt du was ich erkannt habe? Ich habe erkannt, dass ich zu aller erst erschaffen wurde, um Gott anzubeten!  Zu aller erst bin ich Kind Gottes. Geschaffen zu seiner Ehre. Der erste Ort, an den Gott mich ruft, ist vor seinen Thron. Auf meine Knie. Ihn anbeten. Denn dort tanke ich auf, um zu geben, was Er mir gegeben hat. Zu lieben, wie nur Er lieben kann. Zu vergeben, wie nur Er vergeben kann. Und dann nutze und teile ich aus von dem, was in meiner Hand ist. Machst du mit? Willst du geben, was nur du geben kannst? Verschenken um zu verschönern? Einen Unterschied machen?

Und wenn du es geschafft hast, bis hier hin zu lesen, dann glaube ich, dass in dir auch ein Hunger steckt, ein Hunger nach mehr, Hunger nach Schönheit, Hunger nach Veränderung. Und ich bete, dass du den Mut hast, es zu tun. Sei gesegnet und sei ein Segen – mit dem was in deinen Händen ist – deine Geschichte und deine Gaben!

Deine, Sally

2 Kommentare zu „What is in your hand?

  1. Danke, Sally! Was du schreibst berührt mich und regt mich immer wieder zum Nachdenken an. Vielleicht brauchen wir alle mehr Mut zum Unperfekten, zum Einfach-Anfangen?! Mal sehen, ob ich mich traue…
    Gruß Rena W.

    1. Liebe Rena, wie schön dass ich dich inspirieren konnte – sei ganz doll ermutigt, mutig zu sein! Schritte ins Ungewisse sind manchmal arg aufregend, aber auch sehr…schön! Ich drück dich ❤️

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